Auch die KI bekommt Kopfschmerzen

kvo • 16. März 2026

Von Insellösungen, Datenchaos, Medienbrüchen und digitalen Tools

Ist Digitalisierung nur eine Frage von Prompts und Chatbots?


Machen Ihnen das herausfordernde Wettbewerbsumfeld, die Angst um die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens, Fachkräftemangel und wachsende Komplexität besonders in der Maschinenbaubranche zu schaffen? Was kann, was soll man tun, um aus dem aktuellen Negativtrend herauszukommen. Natürlich sprechen alle davon, dass KI und Digitalisierung die Lösung sind. Aber ist es wirklich so einfach, ein Stück Software über das Unternehmen zu stülpen, dann geht alles wie von selbst?


Ich behaupte, dass individuelle Digitalisierung auf jeden Fall gelingen kann. Aber Digitalisierung ist keine IT-Lösung sondern eine strategische Führungsaufgabe, die nicht kurzfristig klappt. Insbesondere bleibt im operativen Alltag oft wenig Raum, um Digitalisierung und KI strukturiert, wirtschaftlich und nachhaltig umzusetzen.


Die Gretchenfrage lautet hier: Wie können Daten in Systemen und Softwarelösungen, die über Jahre hinweg bereichsspezifisch gekauft und aufgebaut wurden, so miteinander verbunden und genutzt werden, dass Digitalisierung und KI gezielt als Hebel für Effizienz, Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit eingesetzt werden können – ohne operative Überlastung der Organisation?


Zuerst einmal sei ganz klar festgestellt: Es gibt keine Standardlösung zur Digitalisierung in Unternehmen, kein schlüsselfertiges IT-Tool dafür, kein fertiges Handbuch als Anleitung, und schon gar keine umfassende Softwarelösung, die alles beinhaltet. Und bezahlbar soll es ja auch noch sein. Und KI ist eben auch nicht die Lösung, da KI-Systeme nur dann funktionieren, wenn eine konsistente, lesbare und verarbeitbare Datenlage vorliegt.


Die Digitalisierung im deutschen Mittelstand ist schon ziemlich weit fortgeschritten ... höre ich immer wieder. Und JA, es gibt in vielen Unternehmen viele digitale Tools und Softwarelösungen, weil ja schon über viele Jahre hinweg immer wieder in tolle Softwarelösungen für die einzelnen Bereiche und Abteilungen investiert wurde.

Viele mittelständische und größere Unternehmen stehen aktuell vor einer ähnlichen Situation: Ein Teil der Prozesse ist bereits digitalisiert, anderes läuft stabil „wie immer“ – und gleichzeitig steigt der Druck, effizienter und transparenter zu werden.
In vielen Unternehmen ist Digitalisierung kein reines Strategiethema mehr, sondern eine Wirtschaftlichkeitsfrage: Wo entstehen unnötige Kosten, Medienbrüche oder Abhängigkeiten – und wo lohnt sich eine Veränderung nicht?

Digitalisierung ist keine Frage von möglichst vielen digitalen Tools und schon gar nicht von komplexen Systemen

Der Einsatz von digitalen Tools alleine ist sicherlich keine gute Digitalisierungslösung. Der Alltag in vielen Unternehmen sieht sehr häufig so aus, dass zahlreiche Informationen zu einem Verkaufsprojekt bei einem Kunden vorhanden sind. Der Vertrieb hat Informationen, der Innendienst hat Informationen, der Service hat Informationen, die Buchhaltung hat Informationen, usw.

Jetzt sind diese Informationen aber leider nicht zentral und im passenden Kontext gespeichert, sondern in einem ERP-System, in einem CRM-System, in Ordnern auf Laufwerken des eigenen Servers oder in Clouds, in Emails, in Notizen, im Kopf von Menschen, in eigenen Buchhaltungsprogrammen, in Servicetickets und und und …

Das Paradoxon der Digitalisierung

Je mehr digitale Tools eingeführt werden, desto mehr Brüche entstehen, die Datenlage wird noch unübersichtlicher, das Datenchaos verstärkt sich. Dadurch wirkt die gut gemeinte Digitalisierung nicht als Beschleunigung der Prozesse, sondern verstärkt alte Struktur- und Organisationsprobleme.

Um nun zielgerichtete und gute Entscheidungen zu fällen werden mit Meetings, Ausdrucken auf Papier, Telefonaten, Gedächtnisprotokollen und vielen einzelnen Abstimmungen zu Details die "gespeicherten" Daten zusammengetragen und nach einiger Zeit auf hoffentlich vollständigen Informationsgrundlagen Entscheidungen getroffen.

Auch die KI bekommt Kopfschmerzen

Effizienz sieht sicherlich anders aus und an KI-Tools ist in solchen Fällen gar nicht zu denken, weil diese die Informationen gar nicht zusammenführen können, weil sie genau an den Medienbrüchen und nicht zu verarbeitenden Datenformaten heißlaufen und letztlich scheitern. Die einzelnen Abteilungen oder Bereiche in den Unternehmen haben so ihr ganz eigenes Verständnis von einem Kunden, einem Projekt oder einer Verkaufschance und argumentieren oder entscheiden mitunter in komplett unterschiedliche Richtungen.

Am Ende steht ein Effizienzverlust, oder noch schlimmer, ein Vertrauensverlust beim Kunden, den sich aktuell die meisten Unternehmen nicht mehr leisten können.

Aber wie sieht denn nun eine gute Lösung hierfür aus? Solange das Strukturproblem nicht gelöst wird, und in Unternehmen unterschiedliche digitale Räume und/oder gar traditionelle analoge Methoden und Verhaltensweisen gepflegt werden, wird es keine schnellen, zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Entscheidungen geben. Genau diese Merkmale entscheiden heutzutage aber über Erfolg und Misserfolg.

Sinnvoll und zielgerichtet konzipiert und projektiert sollten sich am Ende ein gemeinsames Gedächtnis über alle Abteilungen und Bereiche hinweg mit integrierten Datenströmen und -plattformen ergeben, um mit dem richtigen, sichtbaren Zusammenhang den Abstimmungsaufwand zu minimieren und Entscheidungen gemäß den Zielen und Interessen des Unternehmens effizient, qualitativ hochwertig und schnell zu treffen. 

Nur ein messbarer Nutzen entscheidet über eine sinnvolle Digitalisierung

Der Fokus liegt dabei nicht auf Technologie um ihrer selbst willen, sondern auf konkreten Ergebnissen: Bessere Entscheidungen, Kostensenkung, Produktivitätssteigerung und robuster Aufstellung für die kommenden Jahre. Dann erzeugt die digitale Transformation auch regelmäßig einen messbaren Nutzen und das Unternehmen wird nachhaltig und resilient. 

von kvo 9. Februar 2026
Wie kann Vertrieb im B2B-Geschäft für erklärungsbedürftige Produkte heute richtig gut funktionieren? Was tun, wenn klassische Instrumente im Vertrieb nicht mehr funktionieren? Diese Frage stellen sich sicherlich sehr viele Unternehmer, Geschäftsführer und dafür verantwortliche Personen. Was, wenn auch noch gute Kunden wegbrechen, weil der Betrieb geschlossen, verlagert oder komplett umstrukturiert wird? Was wenn in kriselnden Zeiten das Geld einfach nicht mehr so leicht ausgegeben wird wie in boomenden Märkten? Wer kann sich teure Messen noch wirklich leisten, oder einen aufgeblähten Vertriebsapparat, der mehr Zeit auf der Straße, als bei der Arbeit am Kunden verbringt? Was, wenn plötzlich von heute auf morgen Zölle erhoben werden und Warenausfuhren nicht mehr wirtschaftlich sind? Woher kommen neue Interessenten, Projekte, Aufträge und am Ende langjährige Kunden, wenn Empfehlungen, Messen, Printmedien, Call Center, Außendienst, Massen-Mailings und andere fest etablierte Werkzeuge dramatisch weniger Erfolg bringen? Und was, wenn plötzlich gute Vertriebsleute das Unternehmen verlassen oder verlassen müssen, weil eben die Geschäfte nicht mehr gut laufen? Und weil wir gerade ohnehin in disruptiven Zeiten durch die Digitalisierung leben, kommt auch noch die künstliche Intelligenz um die Ecke. Da könnte man doch schnell auf die Idee kommen, dass man gar keinen Vertrieb mehr braucht. Ein bisschen KI und ein bisschen Webshop, dann läuft das ganze schon wieder – Amazon lässt grüßen. Dass es im B2B-Geschäft für erklärungsbedürftige Produkte eben nicht so einfach ist, zeigt ein Blick auf die wesentlichen Faktoren in diesem Vertriebssegment. Erstens: Es kaufen immer Menschen von Menschen! Daher Zweitens: Es braucht schon ein gewisses Vertrauen zwischen den Partnern. Drittens: „Erklärungsbedürftig“ heißt ja gerade, dass etwas nicht einfach so von der Stange, ohne Auswahl, ohne Optionen, ohne spezielle Fähigkeiten gekauft wird, die immer auch individuell abgewogen werden. Und Viertens: Wenn neue Investitionen anstehen, dann will ich doch vorher kompetente Ansprechpartner, die mir mit Expertenwissen meine Fragen beantworten können, um überhaupt eine richtig gute Entscheidung treffen zu können – also bevor ich kaufe. Manchmal bedarf es auch Tests, individuellen Vorführungen oder speziellen Berechnungen im Vorfeld. Schließlich Fünftens: Wenn größere Investitionen getätigt werden, dann ist es absolut erforderlich, über viele Jahre hinweg einen kompetenten Service und Support zu bekommen. Wie also kann eine Lösung aussehen? Das Fundament einer Lösung ist immer der Chef eines Unternehmens. Niemand außer ihm gibt die Richtung vor, in die das Unternehmen laufen soll, und seine primäre Aufgabe ist es, die Unternehmensstrategie den Marktbedingungen anzupassen, um damit den wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen. Es kennt sich folgerichtig niemand besser aus, wohin das Unternehmen gesteuert werden soll als der Geschäftsführer und mit Einschränkungen der Vertriebsleiter, wenn diese Position vorhanden ist. Niemand anderes hat mehr Expertise oder ein besseres Standing als der Chef höchstpersönlich. Wenn das so ist, dann erfordert eine nachhaltige, zukunftsfähige Lösung ein Umdenken im Vertriebs-/Verkaufsprozess. Zunächst wird es immer wichtiger, die richtigen Kunden für das Unternehmen und seine Produkte auszuwählen. Welcher potenzielle Kunde hat über einen langfristigen Zeitraum einen hohen Wert, kauft also öfter Produkte des Unternehmens, ist überwiegend markentreu, ist am Ende sehr profitabel für das Unternehmen? Leads, also Kundenkontakte, werden nicht mehr in maximaler Anzahl sozusagen mit dem Netz gefischt und in einen Verkaufstrichter geschüttet, um dann am Ende einige wenige Kunden ohne spezifische Spezifikation zu gewinnen. Die Leads werden, um beim Beispiel des Fischens zu bleiben, mit der Harpune einzeln gefangen und dann gezielt zu neuen Kunden entwickelt. Wenn eine langfristige Kundenbindung das Ziel ist, dann ist es auch wesentlich, die Kontakte zwischen den Chefetagen dauerhaft zu gestalten. So entsteht neben einer engen Bindung auch ein Verständnis, wo gemeinsame Anliegen, Probleme, Ideen zusammen angegangen werden können. Zudem bleiben die Kontakte immer beim Chef, ganz unabhängig von der Personalsituation in den Unternehmen. Auf dieser Ebene geht es vor allen Dingen um Netzwerken , an das sich ein Verkaufsprozess in der Regel erst im Nachhinein anschließt. Um dies im laufenden Tagesgeschäft sinnvoll betreiben zu können ist ein Medium wie Linkedin als Online-Plattform sehr sinnvoll, weil hier zu beliebigen Zeiten und an beliebigen Orten Nachrichten und Informationen ausgetauscht werden können. Natürlich ist die Digitalisierung auch hier ein Teil der Lösung , weil viele Maßnahmen und Aufgaben viel einfacher, effizienter und zuverlässiger zu gestalten sind, als bei manueller Ausführung durch einzelne Personen. Auch eine sehr speziell trainierte KI kann hier sinnvoll implementiert werden, um Recherche- und Formulierungsarbeiten optimal und zielgerichtet auszuführen. Der Mensch erhält so Zeit, sich mehr auf die Arbeit mit den Kunden zu konzentrieren. Damit dieses System funktionieren kann ist eine sehr individuelle, hyperpersonalisierte Ansprache der potentiellen neuen Kunden zwingend erforderlich, um hier eine hohe Erfolgsquote zu generieren. Und um das Ganze wirklich erfolgreich zu machen, ist eine proaktive Vorgehensweise unumgänglich. Von selbst, das sollten wir inzwischen ja gelernt haben, werden die passenden neuen Kunden nicht anfragen. Der Chef selbst steht also im Mittelpunkt des Geschehens und führt sein Unternehmen höchstpersönlich in den Sonnenschein. Die anschließenden Aufgaben können dann natürlich problemlos an das Vertriebsteam delegiert werden. Insgesamt kann der Vertrieb so erheblicher schlanker gestaltet werden, die Aufgaben werden auf den Kundenfokus gerichtet, die Verkaufsprozesse werden erheblich effizienter und gleichzeitig nachhaltiger und dabei arbeiten automatisch alle Beteiligten immer in die gleiche Zielrichtung, die vom Chef selbst vorgegeben wird.
von kvo 18. Februar 2025
Was sagt denn eigentlich die künstliche Intelligenz zum Thema Akquise? Diese spannende Frage habe ich an die KI Perplexity gestellt. Hier ist die Antwort.
Roboter vs. Mensch
von kvo 6. Mai 2024
Wie sicher sind die Arbeitsplätze in deutschen Produktionsunternehmen? Geraten wir mit der Digitalisierung in eine Produktionswelt ohne Menschen, beherrscht und bestückt mit Robotern?
von kvo 6. Mai 2024
Erfolgsfaktor Mensch und/oder Erfolgsfaktor Roboter? Geht der Vertriebsmensch schlechten Zeiten entgegen, wird er überhaupt noch gebraucht? Können Roboter tatsächlich alles übernehmen, steuern, besser machen? Was macht den Menschen im Vertrieb überhaupt noch aus?
von kvo 6. Mai 2024
Hochpräzise Konturen, KI basierte Bahnberechnung, hochpräzise Geometrien, Nano-Oberflächen neu gedacht und neu gemacht. Alles kritische Aufgaben, die Jingdiao als einziger Hersteller weltweit gelöst hat. Die Gretchenfrage, die beantwortet werden musste, lautet: Kann eine Maschine sicher produzieren, während Sie Ihren erholsamen Schlaf genießen? und was heißt denn sicher produzieren? Die Werkstücke komplett fertig bearbeiten ohne Ausschuss und in engen Fertigungstoleranzen und dies ohne Eingriff eines Bedieners